Besuchbare Aquarien in Deutschland – eine Übersicht für uns

Ich wollte schon länger mal eine Übersicht zusammenstellen, welche öffentlichen Aquarien und Zoos mit größerer Aquaristik-Abteilung es in Deutschland überhaupt gibt. Nicht als abschließende Bewertung, sondern als Ausgangspunkt – gerade die Frage, wie „biotopgetreu“ ein Schauaquarium eigentlich ist, würde ich gerne euch überlassen. Dazu gleich mehr.

Die Tabelle

Aquarium Ort Schwerpunkt Forschungsanbindung
Ozeaneum Stralsund Stralsund Nordsee, Ostsee, Nordatlantik ja (Deutsches Meeresmuseum)
Aquarium Berlin (Zoo Berlin) Berlin sehr artenreich, div. Klimazonen teilweise (Zuchtprogramme)
Sea Life Oberhausen Oberhausen Tropen, Rhein, Haizucht nein
Sea Life Berlin Berlin div. Themenwelten nein
Sea Life Konstanz Konstanz Bodensee, Tropen nein
Sea Life Speyer Speyer div. Themenwelten nein
Sea Life München München div. Themenwelten nein
Sea Life Timmendorfer Strand Timmendorfer Strand Wasserkreislauf, Nordatlantik nein
Tropen-Aquarium Hagenbeck Hamburg Tropen; Highlight: Großes Hai-Atoll (1,8 Mio. l, 14 m Panoramascheibe) nein
Meereszentrum Fehmarn Fehmarn Haie, Tropen nein
Multimar Wattforum Tönning Wattenmeer, Nordsee ja (Nationalpark-Zentrum)
Müritzeum Waren (Müritz) heimische Süßwasserfische nein
Sylt Aquarium Westerland Nordsee vs. Tropen nein
GEOMAR Schauaquarium Kiel Ostsee, Nordsee, Mittelmeer, Tropen ja (Helmholtz-Forschungsinstitut)
AquaZoo Löbbecke Museum Düsseldorf Evolution des Lebens im Wasser teilweise (Naturkundemuseum)
Wilhelma Stuttgart Schwarzwaldbach bis Amazonas nein
Klimahaus Bremerhaven Bremerhaven Aquarien entlang Klimazonen nein
Allwetterzoo Münster Münster Zoo-Aquarium nein
Meeresbiologische Station Laboe Laboe Ostsee, Lehrsammlung ja (Lehrstation)

Für eine vollständigere Liste, auch mit kleineren Vereinsaquarien, verweise ich auf die Wikipedia-Liste von Schauaquarien in Deutschland – hier ging es mir um eine kuratierte Auswahl der größeren, überregional bekannten Häuser.

Was die Spalte bedeutet

Forschungsanbindung – ob die Einrichtung institutionell an Meeresforschung, ein Naturkundemuseum oder einen Nationalpark angebunden ist. Das sagt noch nichts über die Haltungsqualität aus, aber es ordnet ein, ob der Fokus eher auf Wissenschaft/Bildung oder auf Entertainment liegt.

Eine Spalte zur Biotopgetreue habe ich bewusst erstmal weggelassen. Das lässt sich schwer am Schreibtisch beurteilen, ohne selbst vor Ort gewesen zu sein: Bepflanzung, Vergesellschaftung, Substrat, wie nah das Ganze wirklich am natürlichen Lebensraum ist. Wenn sich zeigt, dass genug von euch Besuchsberichte beisteuern, ziehen wir das später nach.

Eure Besuchsberichte

Wenn ihr eines der Aquarien besucht habt (oder besucht), postet gerne einen eigenen Beitrag mit Fotos und eurem Eindruck!

Wart ihr schon in einem der genannten Aquarien? Und: Gibt es eins, das fehlt und unbedingt rein sollte?

Ozeaneum Stralsund – ein Rückblick auf meinen ersten Besuch

Ich habe beim Aufräumen ein paar alte Fotos von meinem Besuch im Ozeaneum Stralsund gefunden. Das muss so um 2013/2014 gewesen sein. Zu dem Zeitpunkt stand mein Interesse an der Biotop-Aquaristik noch ganz am Anfang, entsprechend wenig kann ich fachlich zu den Becken sagen. Was hängen geblieben ist: Das Museum und die Becken haben mich damals wirklich beeindruckt.

Umso mehr habe ich mich gefreut, jetzt auch noch den alten Museumsführer von damals wiedergefunden zu haben.

Ein netter Anlass, den Besuch nochmal Revue passieren zu lassen, auch wenn ich rückblickend sagen muss, dass mir damals der Blick für die Details gefehlt hat, auf die ich heute achten würde.

Vielleicht ganz interessant als Kontrast: Wie sehr sich der eigene Blick auf so einen Besuch verändert, wenn man sich näher mit Biotop-Aquaristik beschäftigt. Wer von euch war auch schon mal in Stralsund. Lange bevor er/sie sich mit dem Thema beschäftigt hat, und würde heute anders hinschauen?

Besuchsbericht: Sea Life München

War kürzlich vor Ort, hier meine Eindrücke.

Das Haus ist, wie auch in einigen Rezensionen anklingt, tatsächlich eher klein – gerade im Vergleich zu Häusern wie dem Ozeaneum. Entsprechend kann es in den Gängen eng werden, vor allem wenn viele Familien mit Kinderwagen unterwegs sind. Das deckt sich mit dem, was ich vorab an Bewertungen gefunden hatte.

**Preis:** 25 Euro für den regulären Eintritt fand ich schon happig, auch wenn das im Vergleich zu anderen großen Aquarien keine Ausnahme ist – die liegen preislich meist in einer ähnlichen Region. Es gibt zusätzlich viele buchbare Zusatzleistungen (Führungen, Fütterungen etc.), mit denen der Gesamtpreis schnell weiter steigt.

Was mir persönlich negativ aufgefallen ist: die Beschilderung. Bei einigen Becken habe ich schlicht keine Informationen gefunden. Es gibt wohl ergänzend eine App, aber die Schilder, die vorhanden waren, fand ich didaktisch eher schwach aufbereitet. Das betraf auch die Raumkonzeption selbst: Es war nicht immer klar, in welcher geografischen Region man sich gerade befindet, was für ein Haus mit didaktischem Anspruch schade ist.

Zur Biotoptreue kann ich als Meerwasser-Laie ehrlich gesagt wenig sagen, das ist nicht mein Spezialgebiet. Ein Punkt ist mir aber aufgefallen: Im Isar-Themenbecken schwammen recht viele Störe – die gehören eigentlich eher zum Donau-Einzugsgebiet als zur Isar selbst, laut Sea Life wird das Donaudelta dort mit abgedeckt. Für Isar-typische Arten wie Bachforelle oder Äsche fand ich dagegen keinen Hinweis. Da wäre eine klarere Trennung der beiden Flusssysteme wünschenswert gewesen.

Insgesamt sind die Becken nett eingerichtet, aber ohne die großen „Ahh“-Momente, die ich aus anderen Aquarien kenne. Auch bei den Korallen habe ich selbst schon eindrucksvollere Fotos gemacht. Positiv: Ich habe nur sehr wenige kranke oder verletzte Tiere gesehen, das Personal war durchweg freundlich.

Ein persönliches Highlight war das Schiffswrack-Becken mit dem „Trojanischen Pferd“ als Deko-Element – optisch schön inszeniert. Aufgefallen sind mir dagegen die sichtbar in die Jahre gekommenen Scheiben mit etlichen Kratzern.

Passt für mich auch zu unserer Einordnung in der Übersicht: keine Forschungsanbindung, eher auf Entertainment als auf wissenschaftliche Vermittlung ausgelegt.

Wart ihr auch schon da? Hattet ihr einen ähnlichen Eindruck bei der Beschilderung, oder habt ihr die App genutzt und die hat das ausgeglichen?